
Flohmärkte & Trödelmärkte Berlin: Der komplette Guide

Die besten Flohmärkte, Trödelmärkte und Wochenmärkte in Berlin. Von Mauerpark bis Türkenmarkt, alles was du über Berlins Marktkultur wissen musst.

Berlin und Flohmärkte gehören zusammen wie kaum etwas sonst in dieser Stadt. Das liegt nicht einfach daran, dass es viele davon gibt, sondern daran, dass sie hier wirklich gelebt werden. Ein Berliner Sonntag ohne Flohmarkt fühlt sich für viele unvollständig an.
Berlin war immer eine Stadt der Mieter, der Gebrauchten, der Weitergegebenen. In der Plattensammlungen aufgelöst und neu zusammengestellt werden. In der der Wert von Dingen nicht allein am Neupreis gemessen wird. Der Flohmarkt ist das institutionelle Ergebnis dieser Grundhaltung.
Dieser Guide erklärt, was es in Berlin gibt und wo es sich lohnt: Flohmärkte, Trödelmärkte, Designmärkte, Wochenmärkte, Markthallen. Für jeden davon gibt es den richtigen Anlass und den richtigen Zeitpunkt.
Die bekanntesten Flohmärkte in Berlin
Flohmarkt im Mauerpark
Der bekannteste Berliner Flohmarkt, und das aus gutem Grund. Jeden Sonntag ab 9 Uhr in Prenzlauer Berg: Vintage-Kleidung, Schallplatten, Möbel, Schmuck, Bücher, Hausrat, Karaoke-Amphitheater, Streetfood. Wer wirklich einkaufen will, kommt vor 10 Uhr. Händler und Scouts leeren die besten Stände früh.
Berliner Trödelmarkt, Straße des 17. Juni
Läuft seit 1978, einer der ältesten Antik- und Trödelmärkte Deutschlands. Jeden Samstag und Sonntag mit professionellen Händlern: Möbel, Porzellan, Schmuck, Kunst, Bücher. Die Preise sind entsprechend, die Qualität auch. Ein eigener Kunsthandwerkermarkt läuft parallel.
Flohmarkt am Arkonaplatz
Viele Berliner nennen ihn ihren liebsten Stammmarkt. Jeden Sonntag unter alten Linden in Mitte: Bücher, Kleidung, Haushaltsgegenstände, kleines Mobiliar, Handwerk. Ruhiger, lokaler, entspannter als Mauerpark. Die Atmosphäre ist familiär, der Stress fehlt weitgehend.
Flohmarkt am Boxhagener Platz
Jeden Sonntag auf einem der schönsten Plätze in Friedrichshain. Kleiner als Mauerpark, weniger touristisch, lokaler und nach Einschätzung vieler mit besseren Preisen. Besonders gut für Schallplatten, Vintage-Kleidung und Haushaltswaren für Altbauwohnungen.
Kiez-Flohmärkte: Die lokalen Geheimtipps
Neben den großen Namen gibt es in Berlin eine zweite Schicht von Märkten, die einfach da sind, jeden Sonntag, weil der Kiez sie erwartet. Keine Events, wollen auch keine sein. Sie funktionieren.
RAW Flohmarkt
Auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain, das heute Bars, Clubs und Bühnen beherbergt. Vintage-Mode, Schallplatten, Design, selbst gemachte Sachen. Das Publikum ist jung, das Umfeld untergrundkulturell. Manches davon hat die Nacht noch nicht hinter sich. Das passt zum Ort.
Hallenflohmarkt Treptow
Für den Berliner Winter unverzichtbar. Jeden Sonntag, drinnen, wetterunabhängig, in einer großen überdachten Halle in Treptow. Antiquitäten, Sammlerstücke, allgemeiner Trödel. Nicht die Atmosphäre eines Outdoor-Markts im April, aber zuverlässig wenn draußen alles grau ist.
Rathaus Schöneberg
Samstags und sonntags vor dem Bezirksrathaus in Schöneberg, dem Gebäude, in dem Kennedy 1963 seine Berliner Rede hielt. Solider Kiez-Flohmarkt: Bücher, Kleidung, Haushaltsware zu fairen Preisen.
Fehrbelliner Platz
Direkt am U-Bahnhof in Wilmersdorf, samstags und sonntags, mit einem integrierten Kunsthandwerkermarkt. Maler, Keramiker, Schmuckmacher und Möbelbauer neben Second-Hand-Ständen.
Antik- und Kunstmarkt am Ostbahnhof
Das professionelle Ende in Friedrichshain: Briefmarken, Münzen, Ansichtskarten, Bücher, Schallplatten, Porzellan, Möbel von Händlern, die ihre Ware kennen und entsprechend bepreisen. Jeden Sonntag.
Designmärkte: Berliner Labels und Maker
Nowkoelln Flowmarkt
Am Maybachufer in Neukölln, bewusst kein klassischer Flohmarkt. Berliner Designer, unabhängige Labels, Handmachende verkaufen ihre eigenen Sachen neben Vintage, Schallplatten und Streetfood. Jeden zweiten Sonntag, Termin vorher checken. Auf Traube ist alles auf einer Seite: der Flowmarkt, der Dienstags/Freitags-Markt und der Samstags-Stoffmarkt. Gleicher Kanal, komplett andere Atmosphären.
Dazu kommen saisonale Designmärkte im Frühling und Herbst, in der Kulturbrauerei, auf dem Tempelhofer Feld und anderen Orten. Kein fester Wochenrhythmus, auf Traube zu finden wenn sie anstehen.
Wochenmärkte, Lebensmittelmärkte und Markthallen
Kein vollständiger Überblick über Berlins Marktkultur ohne die Lebensmittelmärkte. Sie bedienen ein anderes Bedürfnis als Flohmärkte, teilen aber dieselbe Direktheit: raus, hinschauen, kaufen.
Türkenmarkt am Maybachufer
Alle nennen ihn Türkenmarkt. Der offizielle Name ist Wochenmarkt am Maybachufer, aber das sagt kaum jemand. Seit den frühen 1970er Jahren jeden Dienstag und Freitag am Kanal in Neukölln. Gemüse, Obst, Kräuter, Gewürze, Oliven, Käse, Brot, Textilien. Das Publikum ist eines der gemischtesten der Stadt. Früh kommen für die beste Auswahl, Taschen mitbringen. Auf Traube findest du ihn auf der Seite Neuköllner Wochenmärkte am Maybachufer — da sind auch der Flowmarkt und der Samstags-Stoffmarkt, weil alles am gleichen Kanal passiert.
Markthalle Neun
Ein restauriertes Markthallengebäude aus dem 19. Jahrhundert in Kreuzberg mit festen Händlern und wechselnden Events. Donnerstags das Streetfood Thursday mit Berlins unabhängiger Foodszene.
Wochenmärkte
Fast jeder Kiez hat einen, meistens zweimal pro Woche am Platz oder am Kanal. Keine Touristendestinationen, das ist wo die Leute wirklich einkaufen: Gemüse, Eier, Blumen, Käse von Produzenten die man wiedererkennt.
Richtig Flohmarkt machen: Praktische Tipps
Bargeld mitbringen. Die meisten Stände akzeptieren keine Karten. Kleine Scheine machen Transaktionen einfacher.
Zeitpunkt wählen. Wer kaufen will: früh kommen. Wer bummeln will: komm wann du willst. Tipp: kurz vor Schluss, wenn Händler lieber verkaufen als einpacken wollen.
Feilschen ist normal auf Flohmärkten, aber kein Sport. Auf Designmärkten und Wochenmärkten nicht feilschen.
Wetter. Die meisten Außenmärkte laufen bei jedem Wetter. Hallenflohmarkt Treptow ist die wettersichere Option.
Saison. März bis Oktober ist die Hauptzeit. Im Winter laufen die Märkte weiter, aber Hochbetrieb gibt es von Frühling bis Herbst.
Häufige Fragen zu Berliner Flohmärkten
Wann ist Flohmarkt in Berlin?
Der Sonntag ist der wichtigste Flohmarkttag. Mauerpark, Boxhagener Platz, Arkonaplatz, RAW, Hallenflohmarkt Treptow, Ostbahnhof: sonntags. Berliner Trödelmarkt, Rathaus Schöneberg, Fehrbelliner Platz: samstags und sonntags. Türkenmarkt: dienstags und freitags.
Was ist der größte Flohmarkt in Berlin?
Der Mauerpark ist der bekannteste. Der Berliner Trödelmarkt auf der Straße des 17. Juni ist größer und fokussierter auf Antiquitäten.
Wann öffnet der Flohmarkt im Mauerpark?
Jeden Sonntag um 9 Uhr, bis etwa 18 Uhr. Wer wirklich kaufen will, kommt zwischen 9 und 11 Uhr.
Welcher Flohmarkt ist bei Regen geöffnet?
Der Hallenflohmarkt Treptow, jeden Sonntag drinnen, wetterunabhängig.
Was findet man auf Berliner Flohmärkten?
Schallplatten, Vintage-Kleidung, DDR-Gegenstände, Designklassiker, Nachkriegsmöbel, alte Küchengeräte, Bücher, Porzellan.
Wo ist der Türkenmarkt in Berlin?
Am Maybachufer in Neukölln, direkt am Kanal. Offiziell heißt er Wochenmarkt am Maybachufer. Dienstags und freitags, ab etwa 11 Uhr — gegen 18 Uhr fangen die Händler an einzupacken. Auf Traube: Neuköllner Wochenmärkte am Maybachufer.
Was ist der Unterschied zwischen Flohmarkt und Trödelmarkt?
Der Trödelmarkt hat professionelle Händler und Antiquitäten. Beim Flohmarkt verkaufen auch Privatpersonen.
Was Berlins Marktkultur besonders macht, ist ihre Beständigkeit. Der Mauerpark-Flohmarkt läuft seit Jahrzehnten. Der Türkenmarkt seit den frühen 70ern. Der Trödelmarkt auf der 17. Juni seit 1978. Gentrification, Mietsteigerungen, Stadtentwicklung, das alles ist passiert um diese Märkte herum. Sie laufen weiter.
Bis dann draußen.