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Nach dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer inszeniert Clemens Maria Schönborn ein eindringliches Solo mit Sophie Rois. Die Produktion erforscht, wie Katastrophen in unserer Vorstellung entstehen und wie wir sie fürchten sowie zugleich ersehnen, bevor sie Wirklichkeit werden. Wenn die Katastrophe eintritt, verstummen die quälenden Phantasien.
Marlen Haushofer (1920–1970) gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autor*innen des 20. Jahrhunderts. Ihr Roman "Die Wand" ist ein überwältigender Bericht über die vollkommene Isolation einer Frau jenseits der Gesellschaft, eine psychologische und existenzielle Isolation, die bis heute fasziniert und verstört.
Die Inszenierung fragt: "Dass man weder empfinden noch denken darf, sondern handeln muss, ist die beste Therapie, wenn der Mensch an den Produkten des eigenen Vorstellungsvermögens irre wird." (Wolfgang Pohrt) Diese kontemplative, intensive Erkundung der menschlichen Psyche dauert etwa eine Stunde und zeigt Sophie Rois in einem Solo, das das Publikum in Haushofers düstere, isolierte Welt zieht.
Ein Werk für jene, die sich von psychologischer Tiefe und literarischer Kraft anziehen fühlen.

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