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Sivan Ben Yishais Neuinterpretation von Ibsens Klassiker, inszeniert von Anica Tomić. Statt Noras berühmtem Aufbruch rückt die Produktion die unsichtbaren Bewohner ihres Haushalts in den Fokus: Helene die Hausangestellte, ein vergessener Postbote und die Kindermädchen Anne-Marie, die ihr eigenes Leben opferte.
Das preisgekrönte Stück (Mülheimer Dramatikpreis 2024) dekonstruiert das bürgerliche Haushalt und stellt fundamentale Fragen: Können wir unsere Lebensgeschichten entkommen? Ist es möglich, die Narrative zu begraben, die sich endlos wiederholen? Können wir neue pflanzen?
In etwa eineinhalb Stunden ohne Pause vereint die Inszenierung brillante Dialoge, perfekt platzierte Humor-Momente und provokative Choreografie. Das Ensemble liefert energetische Leistungen – mit Anja Schneider als glänzende Bürgerin-Feministin und Jörg Pose in einer überraschend tiefgründigen Rolle in den traditionell Nebenfiguren.
Die Kritik lobt die Produktion als „unbeschwerte Theaterfreude mit scharfsinniger Schrift, perfekt getimten komischen Momenten und evokative Tanzsequenzen." Bühnenbild von Mila Mazić, Kostüme von Drina Krlić und Musik von Nenad Kovačić schaffen einen visuell und akustisch bereicherten Abend intelligenten Theaters.
Empfohlen ab 10 Jahren. Eine aufgeweckte, kulturell bewusste Abend an einem der wichtigsten Theater Deutschlands.

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