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Ein Grundstück am Scharmützelsee in Brandenburg wird zur Bühne für ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Alexander Eisenachs Inszenierung erzählt elf verflochtene Lebensgeschichten, die sich auf demselben Stück Erde abspielen — von einem Nazi-Architekten, der hier sein Traumhaus baut, über eine deportierte jüdische Familie bis zur sowjetischen Besatzung, Kalter Krieg und Wiedervereinigungsansprüche nach dem Fall der Mauer.
Die neunköpfige Ensemble-Besetzung erzählt den Roman nach, ohne ihn plump zu bebildern. Die Darsteller*innen sprechen in der dritten Person über Figuren, die sie in Schlüsselmomenten hochemotional verkörpern. Ein zeitloser Gärtner bewacht das Grundstück und schneidet Hecken — während die Geschichte des 20. Jahrhunderts an diesem Ort ihre Spuren hinterlässt.
Live-Musik von Sven Michelson und Niklas Kraft pulst unter der Erzählung wie ein rhythmisches Herzschlag. Die Drehbühne offenbart historische Schichten und zeigt, wie Landschaft Erinnerung bewahrt. Dieses ist keine getreue Adaptation im klassischen Sinne, sondern ein theatrales Nachdenken darüber, wie Besitzansprüche mit menschlichem Leid verstrickt sind und wie Geschichte sich der moralischen Eindeutigkeit widersetzt.
Jenny Erpenbeck erhielt 2024 für ihren Roman Kairos den International Booker Prize. Heimsuchung wurde von der New York Times in die Liste der „100 Best Books of the 21st Century" aufgenommen.
Dauer: 2 Stunden 45 Minuten mit Pause. Ab Klasse 11 empfohlen.
⚠️ Hinweis: Das Stück behandelt Verbrechen des Nationalsozialismus, Antisemitismus, sexualisierte Gewalt, Suizid, Flucht und Vertreibung.

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