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Karl Böhm war einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts, doch sein Leben ist geprägt von einem tiefen inneren Zwiespalt: Auf der einen Seite ein hochsensibler Künstler, auf der anderen Seite ein Mensch, der sich mit dem Nationalsozialismus gemein machte, um seine Karriere voranzutreiben.
1934 wurde Böhm auf Hitlers Fürsprache an die Semperoper in Dresden berufen. 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, übernahm er das Direktorat der Wiener Staatsoper. Nach Kriegsende wurde er von den alliierten Besatzungsbehörden wegen seiner engen Verbindung zum NS-Regime entlassen und mit Auftrittsverbot belegt. Erst nach 1956 erhielt er diese Position erneut.
Das Stück handelt von diesem Widerspruch zwischen künstlerischem Genie und moralischer Verantwortung, einem Thema, das Regisseur Nikolaus Habjan auch in anderen Werken kritisch untersucht. Der begnadete Puppenspieler und Puppenbauer führt hier mit virtuoser Handpuppen-Kunst an die dunkelste Phase der europäischen Geschichte heran. Das Libretto stammt vom Wiener Autor Paulus Hochgatterer, der speziell für Habjans Puppen geschrieben hat.
Eine intensive Auseinandersetzung mit Musik, Macht und Moral – 1 Stunde 45 Minuten ohne Pausen. Ab Klasse 9 empfohlen. Übernahme vom Schauspielhaus Graz.

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